Hokkaido-Mirabellen-Tarte: herzhaftes Kürbisrezept mit Mirabellen

13. August 2026Hannah Brunnbauer

Prep time:

Cook time: 2 Stunden

Serves: Für eine Tarteform ca. 24-26 cm

Calories: 250

Als ich im Supermarkt stand, blieb mein Blick an der gezuckerten Kondensmilch hängen. Dazu muss man wissen, dass ich diese Zutat sonst nie kaufe, aber gestern hatte ich den Drang dazu, sie mitzunehmen, also tat ich das auch, denn über ein Jahrzehnt in meinem Job hat mich gelehrt, dass es in dem Punkt Sinn macht, meinem Gefühl zu folgen.

Der Sinn ließ jedoch auf sich warten, bis 23 Uhr abends, als ich nochmal an unserer frisch gelieferten, wöchentlichen Gemüsekiste vorbeiging und mir die goldgelben, reifen Mirabellen auffielen, welche den ersten kleinen Hokkaido der Saison einrahmten: “Genau die richtige Menge für eine Tarte” flüsterte die kulinarische Stimme in meinem Kopf, und so war es beschlossene Sache und ich begann die Produktion meiner Mitternachtstarte.

Seelenkleber Tarte

Ach ja, Tartes! Während meines Studiums in Greifswald hatte ich zum ersten Mal das Vergnügen, auf einer Feier des zoologischen Instituts eine richtig gute Zwiebeltarte essen zu dürfen. Beeindruckt davon, wie gut ein so simples Gericht sein kann, fiel ich in ein Tarte-Rabbithole und buk wöchentlich mindestens eine. Oft nachts, oft dann, wenn Prüfungsstress, Liebeskummer oder einfach ein Kopf voller Gedanken mich nicht schlafen ließ. Die rasch zur Gewohnheit gewordene Zubereitung beruhigte mich, erdete mich, ich konnte schlafen und am nächsten Morgen das Gebäck, manchmal süß, manchmal herzhaft, anschneiden und genießen. Quasi durch Küchenalchemie zu Gebäck transformierte Sorge.

Ein kulinarisches Ritual

Nach dem Studium endete auch diese Tarte-Habit. Warum genau, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht wurde sie einfach ein Opfer all der Veränderungen drumherum.

Als ich gestern jedenfalls zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt wieder mitten in der Nacht die gewohnten Handgriffe ausführte, dieses Mal mit einer Hokkaido-Mirabellen-Tarte, um den Herbst herbeizurufen, fühlte ich sofort die vertraute Ruhe, meine Gedanken ordneten sich und fast wurde ich ein wenig rührselig: Ist es nicht bemerkenswert, wie gut unser kulinarisches Gedächtnis sein kann?

 

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Hokkaido-Mirabellen-Tarte

  • Kochzeit (Min): 2 Stunden
  • Gesamtdauer (min): 2 Stunden
  • Portionen: Für eine Tarteform ca. 24-26 cm
  • 100g 250

Warum funktioniert diese Kombination?

Der Hokkaidokürbis bringt Süße, nussig-warme und erdige Noten mit sich. Mirabellen sind mit ihrer fruchtigen Säure die perfekte Ergänzung.

Zutaten

Für den Boden:

  • 230 g Weizenmehl
  • 100 g Kalte Butter
  • 50 ml Ahornsirup
  • 1 Stück Ei
  • 1 Prise Salz

Für die Füllung:

  • 250 g Hokkaido, entkernt und in Stücke geschnitten
  • 200 g Gezuckerte Kondensmilch
  • 2 Stück Eier
  • 100 ml Sahne
  • 1 TL Vanille
  • 1 Prise Salz

Außerdem:

  • 300 g Mirabellen

Zubereitung

  • 1)

    Für den Teig Mehl, Zucker und Salz mischen. Kalte Butter in Stückchen sowie das Ei dazugeben und rasch zu einem glatten Teig verkneten. Etwa 30 Minuten kaltstellen.

  • 2)

    Den Hokkaido bei 200 Grad im Ofen rösten bis er weich und an den Rändern leicht gebräunt ist. Fein pürieren und abkühlen lassen.

  • 3)

    Den Backofen auf 180 Grad Ober/Unterhitze vorheizen.

    Teig ausrollen, die gefettete Tarteform damit auskleiden und den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen. Backpapier darauflegen, mit Hülsenfrüchten beschweren und etwa 12 Minuten backen. Papier und Gewichte entfernen und weitere 5 Minuten backen.

  • 4)

    Währenddessen Kürbispüree, Kondensmilch, Eier, Milch, Vanille und Salz glatt pürieren.

    Die Kürbiscreme auf den Kuchenboden (nicht Küchenboden) gießen.

  • 5)

    Mirabellen halbieren, entsteinen und mit der Schnittfläche nach oben auf der Creme verteilen.

    Bei 170 °C 45 Minuten backen.

     

    Über Nacht im Kühlschrank abkühlen lassen.

Tipps und Tricks

1. Die Mirabellen dürfen reif sein, sollten aber noch Festigkeit haben, sonst sind sie eher etwas für Chutney.

Nährwerte

100g250

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