Keine Küken Killen – RespEGGt

17. März 2020Hannah Brunnbauer
Jedes RespEGGt Ei hat einen entsprechenden Stempel, gegen das Töten von Küken und für mehr Tierwohl.

Werbung// vor einiger Zeit kam REWE auf mich zu und meinte, sie hätten da eine neue Lösung gegen das zu Recht kritisierte Schreddern von männlichen Legehuhn-Küken, und zwar RespEGGt-Eier. Natürlich war ich sofort verliebt in das Wortspiel (und etwas neidisch zudem, dass es nicht von mir kam), aber ich war auch neugierig, denn die Küken-Problematik treibt mich schon länger um, wie fleißige Leser meines Blogs ja bereits wissen und ich habe auch schon einige Lösungsvorschläge vorgestellt was das Töten männlicher Küken angeht. Ein kurzer Rückblick:

1. Kein Geflügel-Gender-Gap: Hähnchen einfach mit großziehen!

Zuerst habe ich ja bereits im letzten Jahr einen Hühnerhof besucht, wo die Hennen schon ziemlich fortschrittlich mit ihren Hühnermobilen nach und nach über die Grünflächen wandern. Auch auf diesem Hof wurden männliche Küken nicht geschreddert, sondern mit großgezogen. Diese Methode, so löblich und logisch sie auch sein mag, ist jedoch nicht frei von Nachteilen (insbesondere für den Betrieb). Um das zu verstehen, muss man wissen, dass Hühner, wie alle Nutzrassen, auf eine bestimmte ‚Leistung‘ hin gezüchtet werden: Masthühner setzen ordentlich Fleisch an, Legehennen legen Eier. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer (oder sollte ich besser sagen, das Ei im Nest?), denn die Brüder der Legehennen legen nun mal naturgemäß keine Eier, setzen aber auch nicht viel Fleisch an. Sie eignen sich also nicht als Masthähnchen. Und wenn dann das Ende eines solchen Legehennenbruders kommt dann bleibt im Endeffekt nur die Verarbeitung zu Tierfutter. Alle anderen Produkte des Betriebes, Eier und Eiprodukte müssen aber dennoch teurer werden, denn ein Hähnchen frisst genausoviel Futter und braucht ebensoviel Pflege wie eine Henne, kostet den Betrieb also Geld.

Solange der Kunde gewillt ist, das zu zahlen, ist diese Methode aber allemal besser als das Schreddern der nur tagealten Küken und REWE hat mit den Eiern von Spitz&Bube auch bereits Eier mit dieser Methode im Sortiment.

2. Das Zweinutzungshuhn – eine ganz neue Rasse!

Auch mit dieser Methode habe ich mich bereits beschäftigt! Wie wäre es denn, eine ganz neue Hühnerrasse zu züchten, bei welcher die Hennen wie gehabt fleißig Eier legen, die Hähne aber trotzdem Fleisch ansetzen? Dazu gibt es schon Versuche und erste vielversprechende Ergebnisse! Bis so eine Rasse aber stabil ist (denn Muskelwachstum und Eiproduktion laufen, vereinfacht gesagt, genetisch gegeneinander) und in entsprechenden Zahlen gezüchtet werden kann, wird es allerdings noch dauern. Auf jeden Fall aber ein weiterer lohnender Ansatz den ich weiter verfolgen werde!

3. SeleEEGt – Geschlechtsbestimmung im befruchteten Ei.

Kommen wir nun zu den RespEEGt Eiern, die es neu bei REWE zu kaufen gibt. Hier wird ein ganz anderes Verfahren verwendet, welches ich recht elegant finde: die Geschlechtsbestimmung des Kükens im Ei. Nun darf man sich das nicht vorstellen wie bei einem Ultraschall, wo man dann ein Zipfelchen sieht oder halt nicht (ist bei Geflügel eh nicht so einfach), sondern eher wie einen Schwangerschaftstest.

Zunächst fahren die 10 Tage bebrüteten Eier durch einen Sensor, der generell schon mal prüft, ob die Eier überhaupt befruchtet sind. In der Eierschale der befruchteten Eier wird dann mittels Laser ein winziges Loch von 0,3 mm Größe gebohrt und ein Tropfen Flüssigkeit entnommen. Anhand der Hormone in diesem Tropfen Flüssigkeit kann das Geschlecht des Kükens bestimmt werden. Der Eingriff ist noninvasiv, das heißt, der Embryo wird dadurch nicht geschädigt und das Loch in der Eihülle schließt sich auch rasch wieder.

Die Eier mit weiblichen Embryos werden nun weiter ausgebrütet, die männlich getesteten Eier wandern zunächst in den Schockfroster, um die Entwicklung zu stoppen und werden dann gemeinsam mit den unbefruchteten Eiern zu hochwertigem Futtermittel verarbeitet.

Da stellt sich fast zwangsläufig die Frage, ob es sich nicht hier auch um eine Tötung der männlichen Embryos handelt. Ich möchte dieses Thema wissenschaftlich angehen: Ein Küken ist vor dem Schlupf nach 21 Tagen Brutzeit nicht lebensfähig, also nicht voll entwickelt. Die Eier werden nach 10 Tagen Brutzeit getestet also etwa der Hälfte. Zu diesem Zeitpunkt finden zwar embryonale Entwicklungsprozesse statt aber von einem fertigen Küken kann kaum die Rede sein. Ich finde diese Variante also weit besser, als tausendfach geschlüpfte, lebende Küken zu töten. Zudem ist sie für die Betriebe auch einfach wirtschaftlicher als alle Hähne quasi ohne Gewinn großzuziehen (denn auch das gilt es zu bedenken, immerhin wollen wir als Verbraucher ja die Eier essen und die müssen nunmal produziert werden, da kommt man auch als Betrieb der mit Tieren arbeitet, um wirtschaftliches Denken nicht herum).

Auch hier wird also unnötige Grausamkeit vermieden, ein neuer Weg gesucht für mehr Tierwohl und das finde ich großartig!

Noch mehr Informationen zum SelEGGT-Programm findet ihr hier auf der Seite der Rewe Group

Die Eier der Legehennen aus diesem Programm könnt ihr ab sofort bei REWE kaufen!

Was ist deine Meinung zu der ganzen Thematik und was für Eier kaufst du? Hast du noch Fragen?

Ich freue mich auf angeregte Diskussionen!

 

 

Deine Wren!

 

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