2019- „Ja“ gesagt, ins Fernsehen gekommen und Netflix

31. Dezember 2019Hannah Brunnbauer

2019. Das Jahr, in welchem Ehefreund und ich heirateten, ich vom kleinen Unternehmer zum großen wurde, so mit Mehrwertsteuer und so.

Oh Gott ich bin im Fernsehen!

2019.Das Jahr, in dem ich zum ersten Mal an einer Fernsehsendung teilnahm (Das perfekte Dinner zum Thema Nachhaltigkeit wird am 2. und 3. Januar um 19 Uhr bei Vox ausgestrahlt) und ein wenig nervös bin bei dem Gedanken, dass mich Anfang des Jahres eine nicht kleine Anzahl an Menschen im TV sehen und vermutlich auch bewerten wird. Auch wenn ich weiß, dass diese Menschen mich nicht kennen und mich nur anhand der einem maximalen Unterhaltungswert dienenden Zusammenschnitte der Sendung kennenlernen, hoffe ich doch, dass einige mich mögen und vielleicht den Weg hierher finden werden.

In diesem Sinne, willkommen an alle neuen Gesichter (und ein freudiges ‚Hi!‘ an die Alteingesessenen). Ihr findet mich, außer hier im Blog noch auf Instagram (@Foodblogger_the_big_fat_life dort bin ich auch mit am aktivsten), Pinterest (thebigfatlife) und Tiktok (@thebigfatlife).

Nun aber zum eigentlichen Jahresrückblick. Auf Instagram gab es so eine Art „2019 Bingo“, wo man markieren konnte, was man dieses Jahr so erlebt hat. Da aber eine Markierung ohne Erklärung für mich unvollständig ist, dachte ich mir, ich mache da einen Blogbeitrag zu einigen Punkten. Los gehts!

Ich habe im Jahr 2019…

1.Öfter „Nein“ gesagt

Ich habe ein sehr weiches Herz, gehöre zu den Leuten, die eigentlich bei allen beliebt sein wollen und die selten eine Bitte abschlagen, die sie irgendwie für zu bewältigen halten. Das hat in der Vergangenheit zu einigen Problemen geführt, wie nicht eingehaltene Fristen, komplette Überforderung und Unzufriedenheit auf allen Seiten.

Dieses Jahr habe ich das konsequent abgestellt. Wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich etwas wirklich, wirklich möchte, sage ich ersteinmal Nein. Umentscheiden kann ich mich ja im Zweifelsfall immer noch (was bei einem Ja nicht so einfach ist). Das hat zu mehr Konzentration, Ausgeglichenheit und der Erkenntnis geführt, dass ich nicht everybodies darling sein kann und es auch garnicht möchte. Im Gegenteil: Es ist so unglaublich wichtig, zu sich und seinen Prinzipien zu stehen und sich nicht immer dem Willen und den Ansichten anderer zu beugen, wenn man gemocht, akzeptiert und respektiert werden möchte.

2.Mir einen Wunsch erfüllt

Dieser Punkt gehört auch zum Themenkomplex; „Wer bin ich und was will ICH WIRKLICH“, der dieses Jahr auf der Agenda stand. Wenn man nicht mehr nur quasi für die Wünsche und Anerkennung der anderen lebt, bleibt zunächst eine Lücke, die mit etwas gefüllt werden muss. Ich dachte zuerst, dass ich mich in Arbeit stürze und mir gealtig viel Zeug kaufe. Stattdessen bin ich aber mit steigender Zufriedenheit, dadurch dass ich nicht mehr versuche, tausend Bälle gleichzeitig in der Luft zu balancieren, sehr selektiv geworden. So habe ich mir über das Jahr hinweg bewusst kleine Dinge gegönnt, die vorher entweder zeitlich oder finanziell nicht drin waren: Einfach mal ein interessantes Buch kaufen, einen Nachmittag lang nichts tun oder ein langer Spaziergang mit Ehefreund.

3.Eine neue Lieblingsserie entdeckt

Ganz allgemein kann ich behaupten, dass ich dieses Jahr Netflix für mich entdeckt habe. Spätzünder, ich weiß, aber es hatte mich einfach bis dahin nicht sonderlich interessiert, schon allein deshalb, weil ich Seriengucken mit Faulheit asoziiert hatte. Nun, Faulheit wurde ersetzt durch den Begriff Entspannung und so bin ich jetzt regelmäßiger Netflix-Gucker. Reingezogen wurde ich durch die Serie „Chef’s Table“, wo in jeder Folge außergewöhnliche Köche und Ihre Konzepte porträtiert werden. Eine absolute Inspiration für jeden Foodie. Tjoa und dann browsed man halt so durch. Sehr gefallen haben mir die Klassiker: Black Mirror, Stranger things, und „Love, Death und Robots“. Ganz ok waren Reign, The Crown, Atypical,Versailles und Outlander. Momentan suchte ich natürlich The Witcher.

Für Tipps zu guten Serien bin ich auch 2020 sehr dankbar!

4.Bewusst Geld gespart

Japp. Das ist auch deswegen so bedeutend, weil ich im Jahre 2019 zum ersten Mal so viel verdient habe, dass ich nach Miete, Versicherungen und Steuern auch überhaupt etwas zurücklegen konnte (von diversen Verwandtenseiten wird mir heute noch vorgeworfen, dass mir Geld quasi durch die Finger rinnt wenn ich es habe. Das nervt, denn die Behauptung basiert auf meinen Umgang mit Taschengeld als Teenie vor etwa 15 Jahren und wer haut seine Knete in dem Alter bitte nicht raus?). Und das war auch nötig! Im Mai haben Ehefreund und ich geheiratet und die Hochzeit ging nach schlesischer Tradition (mein Mann ist Schlesier) drei Tage und drei Nächte, das war teuer. Knapp 40.000 Euro haben wir letztendlich hingeblättert, eine Summe, die wir nur deswegen stemmen konnten, weil wir ordentlich gespart hatten. Gerade bei Posten wie den Getränken während der Feier und den Hochzeitsklamotten haben wir deutlich mehr ausgegeben als geplant! Beim ersteren haben die 69 Gäste an allen Tagen sehr viel mehr getrunken als wir vermutet hätten, da das aber für eine gute Party spricht, ist das ok. Bei den Kleidern habe ich mich hart verkalkuliert. Natürlich sollte es für jeden Tag ein Anderes sein und ich dachte, ich komme da mit 2500 Euro hin. Haha. Da ich keine Standardmaße habe (klein und riesen Vorbau) mussten die Kleider geschneidert werden und durch meine 18kg Abnahme kamen kurz vor der Trauung auch noch Änderungskosten dazu. Letzten Endes bin ich bei dem Doppelten gelandet, ohne vorgesparten Puffer undenkbar. Ansonsten lege ich auch heute, nach der Hochzeit, von jedem Honorar pauschal 20 Prozent auf die Hohe Kante, denn man weiß nie, wann mal wieder was kaputt geht (und gerade Drucker, Laptops und Spülmaschinen sind ja echte Bitches, was den Zeitpunkt des Ablebens angeht. Mein Laptop hat sich auch kurz vor Weihnachten komplett verabschiedet. Dank der Kombination aus Weihnachtsgeld und Gespartem konnte ich mir direkt einen neuen bestellen).

5.Jemandem Geholfen

Ich glaube wirklich daran, dass das, was man aussendet, zu einem zurückkommt. Als jemand, der früher oft nicht ernstgenommen wurde, bin ich zudem sehr bedacht, Menschen so zu behandeln, wie ich in der Situation auch gerne behandelt werden würde (das kann übrigens auch bedeuten, berechtigte Kritik zu äußern, denn davon bekommt man auch eher zu wenig und das ist etwas, wofür ich mega dankbar bin. Meistens ist es doch so, dass Leute dich aus Egogründen kritisieren. Da gibt es typische Sprüche wie: „Das macht man nicht“, oder „man muss“. Das sind beides Formulierungen, die dann nicht deinem Wachstum dienen, sondern dem, das Ego und die Weltsichtblase der kritisierenden Person zu schützen. Auch wenn Leute dich anmotzen, warum du z.b. viel Geld für Hobbies ausgibst, sie aber für andere Sachen ihre Knete geradezu raushauen, sind das Egogründe. Diese Menschen verurteilen alles, was nicht ihrem Weltbild entspricht. Oder sie sind neidisch (oft unberechtigt, das ist das Kuriose ) und werten alles ab, was du machst: „Joa, das Essen war ganz ok“, “ Das Haus ist schön, aber viel zu weit von der nächsten Stadt, also für mich wäre das nichts“. Ihr seht was ich meine, gelle? Darum ist Kritik die von Herzen kommt und wirklich dafür da ist, dass du wachsen kannst, so wertvoll.(Übrigens: wenn du dich beim Kritiker beschwerst und er sagt: „das war doch nur gut gemeint“, dann hast du es nicht mit berechtigter Kritik zu tun sondern mit Egokritik, die dauzu dient, das Ego des Kritikers zu erhöhen, dich oder deine Sache abzuwerten oder das Weltbild des Kritikers zu schützen.)

Ähm aber zum Thema. Ich bin 2019 denke ich, aufmerksam durchs Leben gegangen und habe, ganz klischeehaft, ein Kätzchen aus einen Baum geholt, mehreren Blinden über die Straße geholfen, Leuten, die offensichtlich Hunger hatten, etwas zu Essen gekauft, die Fahrkarte eines Mädchens im Bus bezahlt (sie hattte ihr Portemonaie nicht vergessen)und mit Leuten gesprochen, wenn sie ein Gespräch brauchten. Ich hae geschimpft, gelacht, zugehört, beruhigt, geweint und umarmt.

Macht mich das zu einem besseren Menschen? Keine Ahnung, aber ich weiß, ich wäre in diesen Situationen an der Stelle des Geholfenen glücklich gewesen, und das reicht mir.

6.Auf meine Gesundheit geachtet.

Da habe ich ja, in Bezug auf geistige Gesundheit, schon einiges gesagt. Ich empfehle als Lektüre : „The art of thinking clearly“ von Rolf Dobelli. In seinem Buch stellt er einige Denkfehler vor, denen wir gerne erliegen oder in die wir uns verwickeln lassen. Mir hat dieses Buch 2019 massiv geholfen, mich aus ungesunden psychischen Verstrickungen zu lösen und glücklicher, gesünder und selbstbewusster zu werden. Wie wahrscheinlich der Großteil der Menscheit schaffe ich es nicht mehrmals die Woche zum Sport, aber ich mache täglich einen langen Spaziergang, was definitiv reicht, um den Kopf freizubekommen und meine Rückenschmerzen verschwinden zu lassen. Abwechslungsreich gegessen wird bei uns ja eh und wir achten ja generell auf 80Prozent hochwertige, saisonale und lokale Produkte. Dann darf es auch mal ein Eis und ein Döner sein.

Everything in moderation. Das wird übrigens auch mein Motto für 2020.

Hast du noch Fragen an mich zum Jahreswechsel? Dann stelle sie mir gerne, und ich baue sie hier in den Beitrag ein!

Komm gut in das neue Jahr 2020 und ich hoffe man liest sich!

Deine Wren

4 Comments

  • Susan

    4. Januar 2020 at 7:14

    Hallo Hannah.

    ich habe auch über das perfekte Dinner zu Dir gefunden weil ich die ganze Woche hochspannend und Dich im Besonderen grundsympathisch fand. Zufällig bin ich auch noch Lebensmitteltechnologin und arbeite als QM in der Obst- und Gemüsebranche. Deinen Ansatz „from nose to tail“ finde ich super. Ich hoffe, ich kann hier in Deinem Blog noch einige Anregungen und Rezepte finden.

    Viel Erfolg!!!

    1. Hannah Brunnbauer

      15. Januar 2020 at 12:31

      Hallo liebe Susan,

      Das freut mich natürlich sehr!
      Die nächsten Wochen hoffe ich, etwas mehr Zeit zu finden, den Blog auch angemessen zu befüllen. Leider steht dieser immer hinter Kundenprojekten an, aber Anfang des Jahres ist erfahrungsgemäß immer etwas mehr Zeit für eigene Projekte, also bin ich ganz positiv eingestellt das angeht. Natürlich freue ich mich über Feedback jeglicher Art.

      Beste Grüße,
      Hannah

  • Hanne

    4. Januar 2020 at 8:17

    Leider hast Du durch Dein Auftritt in VOX viele Sympathiepunkte verloren! Vielleicht finden „penetrante“ Veganer ja auch „penetrante“ Fleischesser nervig? Sympathisch und freundlich kam der Rest der Gruppe rüber. Egal, welches Nachhaltigkeitskonzept sie verfolgen. Denk vielleicht mal drüber nach.

    1. Hannah Brunnbauer

      15. Januar 2020 at 12:28

      Hallo liebe Hanne,

      Ich finde sowohl militante (nicht penetrante, obwohl das Eine das Andere nicht ausschließt) Fleischesser als auch militante Veganer, im generellen Anhänger jeglicher Ernährungsreligionen, extrem nervig, eben weil sie sich unnötig einschränken und oft zu kurzsichtig sind, denn nach heutigem Kenntnisstand gibt es keine Ernährung, welche in der Lage wäre, die Welt zu retten (wäre eigentlich richtig gut und motivierend finde ich). Da es sich beim perfekten Dinner ja immer noch um eine Unterhaltungssendung handelt, wurden halt auch Szenen so zusammengeschnitten, dass sich kleine Fronten bilden um die Sache spannender zu machen, das ist ja ganz klar. Finde ich immer ein bisschen schade, wenn ganze Menschen anhand einer solchen Show bewertet werden, aber das ist halt der Geist unserer Zeit, und man kann es nicht jedem recht machen. Ich fand den Rest der GRuppe auch sehr sympatisch im übrigen und wir haben uns gut verstanden.

      Viele Grüße,
      Hannah

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