Die Heldenberger Apfelbiene – Lokal und Lecker durch den Sommer mit LANDMARKT und REWE

3. September 2019Hannah Brunnbauer
Von den Streuobstwiesen geht es direkt ab zu den Bienen für Herrn Weiß

Wissen Sie denn, was eine Streuobstwiese ist?“ fragt mich Herr Weiß. Ich schaue mich um, sehe über die Wiese verteilte Obstbäume und ein paar Äpfel, die auf dem Boden liegen, verstreut halt. „Klar“ antworte ich unbedarft, wie sehr sollte ich mich irren!

Es ist einer dieser warmen Augusttage, an welchen man sich über jedes bisschen Schatten freut. Zum Glück stehe ich gerade unter einem Apfelbaum mitten in der Wetterau auf einer Streuobstwiese, etwa 50km von Lich entfernt. Vor mir steht Herr Weiß, Imker und Streuobstwiesenbauer. Und Schäfer, zumindest in Teilzeit. Die Produkte seines Betriebes, Essige, Apfelsecco und Honig der Heldenberger Apfelbiene, liefert er als LANDMARKT- Betrieb auch an lokale Rewe-filialen, klar, dass ich mir das anschauen musste!

Das belustigte Funkeln in den Augen des Imkers verrät mir, dass er mir mit meiner saloppen Antwort auf die Schliche gekommen ist: „Was denken Sie denn, was für eine Apfelsorte Sie herausbekommen, wenn sie einen Braeburn-Apfelkern pflanzen?“

Ha, das ist einfach: „Braeburn natürlich!“, „Leider nein“ antwortet Herr Weiß, „sehen Sie, aus jedem Apfelsamen wächst eine eigene Sorte, ein eigener Apfel, ob der nun genießbar ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wenn Sie dieselbe Sorte Apfel haben wollen, müssen Sie Äste des Baumes, der diese Äpfel trägt, auf einen niedrigstämmigen Baum aufpfropfen, dann bekommen Sie Ihre Sorte. Hier auf den alten Streuobstwiesen befinden sich hochstämmige Apfelsorten und diese wachsen weder in Reih und Glied, noch in aufgepfropften Monokulturen.“

Alles andere als ordentlich, dafür aber voller Leben, die Streuobstwiese

„Oh“, antworte ich ehrlich, „Das wusste ich nicht“. Herr Weiß schmunzelt:“Ja, darum FRAGE ich ja, kommen Sie, ich zeige Ihnen, wie das hier so funktioniert“, und schon ist er mitten auf der Wiese und ich beeile mich, hinterherzukommen.

Die Streuobstwiesen, die Imkerei, die Schafe. Das alles ist quasi sein zweites Leben, erzählt mir Herr Weiß. Früher, da hat er viel Zeit im Büro verbracht, wie viele Menschen heutzutage und war beruflich so weit von seiner jetzigen Tätigkeit entfernt, wie man es sich nur irgendwie vorstellen kann. Eine Krankheit brachte ein Umdenken: „Wir leben halt alle nicht ewig, auch wenn wir es uns nicht eingestehen wollen“, erzählt Herr Weiß „aber wenn nicht sicher ist, wie viele Jahre noch bleiben, wird einem klar, was wirklich wichtig ist und das ist die Natur, die uns umgibt und mit der wir Raubbau betreiben, ohne zu verstehen, ohne uns klarzumachen, wie sehr wir uns selber damit schaden.“

Ich schaue mich um, ich sehe seltene Kräuter wie Heilziest, Schafgarbe und großen Wiesenknopf zwischen den Grashalmen hervorlugen, ein Schachbrettfalter fliegt vorbei. Alles Arten, welche man auf einer industriell bewirtschafteten Apfelwiese nicht finden würde.

„Es ist wichtig, dass der Kreis sich schließt“, sagt Herr Weiß, „Ich leihe mir Schafe aus, um die Wiesen zu beweiden. Sehen Sie, ich könnte auch mähen, aber ein Mäher ist nicht selektiv wie die Schafe, welche das Gras fressen und den seltenen Kräutern und Wiesenpflanzen somit Platz schaffen. Das gemähte Gras würde auch zu viele Nährstoffe einbringen, aber so ein ökologisches System wie eine gute Streuobstwiese braucht ein Gleichgewicht, darum die Schafe. Und das ist auch toll, die Menschen sehen die Schafe, freuen sich und fragen nach“

Einer der beeindruckenden Apfelbäume. Dieser trägt so viele Früchte, dass er einige aus Not abwirft, die Insekten freut es.

Ich nicke und beginne zu verstehen, na klar: „Je mehr gefragt wird, je größer das Interesse an den alten, nachhaltigeren Anbaukulturen ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass wieder mehr Betriebe dahin zurückkehren, und sich auf Langfristigkeit statt dem schnellen Rubel auf Kosten der Umwelt besinnen.“

„Die Wildkräuter wiederum und die alten Apfelsorten“ fährt Herr Weiß fort“ werden von unseren Bienen bestäubt, welche ganz wunderbaren Honig produzieren. So ein hochwertiger Honig tut wiederum uns Menschen gut, enthält viele wertvolle Nährstoffe aus der Region in der wir auch leben. Und die Äpfel schließlich, welche durch die Arbeit der Honigbienen heranreifen, ernten wir mit der Hilfe vieler fleißiger Hände, pressen sie zu Saft, verarbeiten diesen zu unseren Produkten, und die Überreste, die hinterher in der Presse verbleiben fressen wiederum die Schafe, so geht nichts verloren.“

Ich bin beeindruckt. Eine runde Sache. Ich lasse meinen Blick über die Apfelbäume schweifen und mir kommt eine Frage in den Sinn: „Wenn aber die Apfelbäume hier wild wachsen, woher wissen Sie dann eigentlich, was sie für Sorten auf der Wiese stehen haben ?“

Her Weiß lacht: „Ja, das ist gar nicht so einfach, zum Glück haben wir dafür einen Pomologen, das ist ein waschechter Apfelforscher. Der kommt dann mit seinem Katalog voller Apfelkernbilder und kann genau bestimmen, welcher Apfel am Baum hängt.“ Eine spannende Sache!

Was für ein Apfel das wohl ist? Ein Pomologe wüßte sicher Rat!

Die Zeit verging wie im Flug und der Aufbruch naht, Herr Weiß muss nach seinen Bienen schauen und ich, ich muss noch nach Hause fahren. „Herr Weiß“, frage ich zum Abschluss, „Wenn es etwas gibt, eine Bitte oder einen Ratschlag, den ich an meine Leser richten kann, was wäre das?“

„Bitten Sie sie, ihre Honiggläser vernünftig auszuspülen.“, antwortet er: „Der Honig aus Übersee enthält oft Sporen der Faulbrut, einer bakteriellen Erkrankung, welche in der Lage ist, ganze Bienenvölker auszurotten. Wir füttern unsere Bienen aus diesem Grund schon nur mit eigenem Honig. Aber das bringt leider überhaupt nichts, wenn die Honigbienen zum nächsten Glascontainer fliegen, dort die Honigreste aus unausgespülten Gläsern einsammeln und diese, womöglich samt der Sporen zurück in den Stock tragen. Zwei Minuten Zeit, um das leere Honigglas mit warmen Wasser auszuwaschen kann den Bienen und uns Imkern viel Leid ersparen.“

Ich nicke. Verantwortung für das Produkt und die Umwelt hört halt nicht beim Betrieb auf. Jeder von uns kann und sollte seinen Teil dazu beitragen, dass es noch lange Bienen und somit auch Äpfel gibt. Denn, wie Herr Weiß so treffend sagte: „Es ist wichtig, dass der Kreis sich schließt!“

Die Produkte der Heldenberger Apfelbiene Gbr findet ihr in einigen Rewe-Filialen hier in Hessen oder ihr schaut gleich auf dem Hof der Familie Weiß oder ihrer Website vorbei!

Inh.Andrea und Holger Weiß

Jenny-Rothschild-Straße 12

61130 Nidderau

Tel: 06187 290687

info@heldenberger-apfelbiene.de

www.heldenberger-apfelbiene.de

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