Ich faste Zucker-Tag 1: Noch lacht sie!

24. Februar 2020Hannah Brunnbauer

Mich und Zucker verbindet eine Art Hassliebe. Eigentlich schon immer. Dabei bin ich im Alltag Nichtmal so der Süßfan, sondern eher herzhaft unterwegs: Steak, Bacon und herzhafte Aufläufe sind mein Lebenselixier.

Der Jieper nach Zucker schlägt bei mir in Stresssituationen und anstrengenden Zeiten zu: Dann werde ich vom ernährungsbewussten Lokalhelden zum Industriefood-Staubsauger und inhaliere geradezu Donuts, Schokolade, Eis, Gummibärchen, Torte, Kuchen, Kekse.

Dann, nach Stunden, Tagen, oder Wochen, das hängt vom Stresslevel ab, besinne ich mich und kehre, als wäre nichts gewesen, wieder zu meiner eigentlich bevorzugten Ernährung zurück, die ich auch wirklich viel lieber esse: Viel Gemüse, regionales Fleisch, frisches Obst, Nüsse und Milchprodukte.

Klingt schon ein wenig wie eine Sucht, oder? Ist es auch, aber eine, die wir alle haben, denn unser Gehirn liebt Zucker! Glucose ist der Brennstoff unserer grauen Zellen, kann sogar zur Not aus Proteinen generiert werden und ist als leicht zu verarbeitende, kurze Kohlenhydratketten (alles mit Zucker, und ja, ZUCKER ist auch Honig, Agavendicksaft und Reissirup, gesüßtes sowie Zeug aus weißem Mehl, getrocknete Früchte und Südfrüchte, Säfte und Softdrinks) besonders beliebt, den evolutionsbedingt liebt unser Körper viel Energie, die wenig Aufwand kostet um daran zu kommen. Dieser ökonomischen Haltung verdanken wir die Tatsache, dass wir überhaupt heute vor unseren Rechnern sitzen und uns unterhalten können.

Dass wir alle ein wenig Zucker suchten ist also eigentlich nichts Schlimmes. Das Problem ist die Verfügbarkeit.

Früher, zu Urzeiten, gab es lange nicht so viele Zuckerquellen wie heute. Frische Früchte waren saisonal stark begrenzt, man presste sie noch nicht zu Industriesäften. Um an Honig zu kommen, mussten, wenn man ihn den fand, erhebliche Risiken in kauf genommen werden, um an eine kleine Portion zu kommen. Heute reicht der Gang in den Supermarkt um sich mit so viel Honig einzudecken, wie man essen mag. Und das ist das Problem: Wir kriegen Zucker überall, in großen Mengen. Und: Die Lebensmittelindustrie fügt ihren Produkten genau so viel Zucker hinzu, dass er uns maximal gut schmeckt und wir immer noch mehr wollen.

Es ist also kein Problem DASS wir Zucker essen wollen, denn das Verlangen nach Süße ist ein sinnvolles Überlebensprogramm der Evolution. Es geht um die Menge.

Mal Vorweg: ich habe noch nicht für mich herausgefunden, wie ich die Menge regulieren kann. Komplettverzicht halte ich auf lange Sicht (über 5 Jahre) für absolut nicht umsetzbar, denn Zucker ist Teil unseres Umfelds und ich brauche auch noch Willenskraft für all die anderen schönen und anstrengenden Dinge im Leben. Außerdem besteht ein nicht unerheblicher Teil meines Jobs darin, Rezepte zu entwickeln, und da wird auch gemacht, was der Kunde gerne mag, zu Recht. Es geht mir also darum, irgendwie zu einem moderaten Konsumverhalten zu finden.

Und dieses starte ich mit einem Komplettverzicht, da kommt mir die Fastenzeit gerade recht.

42 Tage (Ich fange jetzt am Montag an, weil ich es HASSE, mitten in der Woche zu starten) werde ich auf Folgendes komplett verzichten:

Softdrinks und Säfte

Süßigkeiten aller Art

Kuchen und Kekse

industriell hoch verarbeitete Produkte

Folgendes gibt es nur am Wochenende:

Tropenobst und getrocknete Früchte

Brot, Nudeln

Vollkornreis, Kartoffeln und Möhren und so, welche bei Low Carb-Diäten oft ausgeklammert werden, bleiben bei mir drin, denn mir geht es um den Zucker und nicht um Kohlenhydrate. Mein ultimatives Ziel ist, möglichst vielfältig zu essen, deswegen sind Brot und Nudeln aufs Wochenende beschränkt (ich esse die sonst TÄGLICH Leute, auf Dauer sehr einseitig)

Zuckeraustauschstoffe wie Xylit, Erythrit und so lasse ich zu, bevor ich im Jieper echten Zucker esse. Der Weg ist das Ziel!

Wer macht mit und wer begleitet mich mit Beistand, Tipps und Ratschlägen auf diesem Weg?

Ich freue mich, von euch zu lesen!

Eure Wren

2 Comments

  • Nancy

    24. Februar 2020 at 13:56

    Wren, ich bin dabei. Die Tendenz der letzten Wochen ist eher Zunahme statt Abnahme, die Gelassenheit ist auch irgendwie weg. Aber das wird schon wieder. Tschakka 🙂

    1. Hannah Brunnbauer

      24. Februar 2020 at 14:52

      Huhu du Liebe!
      Ja der Zucker macht mir auch immer wieder einen Strich durch die Rechnung! Also, gehen wir es an!

      Liebe Grüße!

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